Adieu Glaubenssätze - bonjour Mindset.
Glaubenssätze
Glaubenssätze sind eine sehr starke Kraft, die aus unserem Unterbewusstsein auf unser Verhalten wirkt. Erfolg im Beruf, Befriedigung in der Beziehung, Selbstwert und Selbstvertrauen, um nur einige zu nennen, hängen massgeblich davon ab, was wir unbewusst über uns glauben. Glaubenssätze sind Sätze, die wir als Kinder von unseren Eltern oder anderen Bezugspersonen meist ungeprüft (daher geglaubt) übernommen haben. Diese Glaubenssätze sind tief in unseren neuronalen Verknüpfungen gespeichert - im frontalen Kortex und im lymbischen System - und steuern uns im Leben, bis wir sie erkennen und auflösen. Sie entstehen meist im Alter zwischen 3 – 7 Jahren. Es gibt nicht nur negative Glaubenssätze, sondern auch positive. Diese steuern unseren Selbstwert unser Selbstbewusstsein in einem positiven Sinn und führen somit zu einem befriedigenderen Leben. Wir brauchen somit diese unbewussten Gedanken über uns, um ein gelingendes Leben zu leben.
Kernüberzeugungen
Sie gehen tiefer als Glaubenssätze. Man kann auch von Prägungen oder vom Lebensskript (in der Transaktionsanalyse von Eric Berne so bezeichnet) sprechen. Kernüberzeugungen entstehen durch Erfahrungen, epigenetische Übertragungen - über Generationen hinweg - und durch den kulturellen Hintergrund. Sie können somit im Alter zwischen 0 – 7 Jahren entstehen – viele schon vor der Geburt, d.h. während der Schwangerschaft oder bei der Zeugung (genetische Übertragung). Kernüberzeugungen sind meist hartnäckiger als Glaubenssätze und müssen exakt analysiert werden, um sie aufzulösen. Auch hier mögen NAEM und Affirmationen reichen, aber oft ist damit auch die Akzeptanz der Istsituation und eine Verhaltensänderung einhergehend notwendig.
Der innere Kritiker
Dabei handelt es sich um die Innere Stimme, die wir in gewissen Situationen immer wieder hören und die uns ermahnt, gewisse Dinge zu tun oder zu lassen. Ihre Herkunft ist meist bei den Eltern zu suchen – erzieherische Sätze oder Handlungen, die uns immer noch im Kopf schwirren und uns steuern. Auch Lehrer und andere Autoritätspersonen können solche Stimmen in uns erzeugen, die sich in bestimmten Situationen immer wieder melden. Der innere Kritiker muss erkannt, gewürdigt und dann verabschiedet werden.
Warum wirken Glaubenssätze so stark?
Mehr als 70’000 Gedanken gehen uns täglich durch den Kopf. Es sind Selbstgespräche, die wir mit uns selbst führen und es sind Worte, die wir an diesem Tag ständig wiederholen: 95% der Sätze, die wir täglich an uns selbst richten, haben wir schon am Vortag oder dem Tag zuvor an uns selbst gerichtet. Und es ist so, dass diese vielen Worte einigen wenigen Chef-Gedanken oder eben Kernüberzeugungen folgen, einfach in anderen Worten. Wir machen einen Fehler und sofort kommt der Gedanke: “Ich bin nicht gut genug”. Und dauert es nur ein paar Augenblicke bis ähnliche Sätze folgen, wie: “Du machst ja ständig alles falsch”, “Du bringst nichts zustande” usw. Und es wird noch schlimmer: mehr als die Hälfte unserer Gedanken, die wir täglich denken, sind negativ.
Selbstsabotagen
Hinter Selbstsabotagen steckt der Innere Kritiker und letztlich unsere Glaubenssätze, die uns ständig einreden „Das kannst du nicht“, „Du bist nicht gut genug“, „Das schaffst du nicht“. Weil wir auf sie hören, trauen wir uns nichts zu und kommen nicht voran im Leben.
Wir kennen das alle: Unsere Vernunft sagt uns, wir sollten uns gesünder ernähren, doch unsere innere Stimme überredet uns zur feinen Tafel Schokolade. Oder wir möchten beruflich gerne vorankommen, aber unser innerer Kritiker sagt uns, wir seien nicht qualifiziert genug.
Eigentlich meinen es diese Stimmen gut mit uns, denn unser Unterbewusstsein will uns nur vor Enttäuschungen und Misserfolgen schützen. Wenn dieser innerer Kritiker uns jedoch von allem abhält, das uns im Leben weiter bringt und uns glücklich macht, ist diese Stimme dazu übergegangen, eine ständige Selbstsabotage durchzuführen.
Affirmationen und ein neuer Mindset
All diese sabotierenden Gedanken machen etwas mit uns und unserem Leben. Und es macht einen Unterschied, ob ich am Morgen mit dem ersten Gedanken erwache: “Ich schaff das nicht bei der Arbeit” oder “Ich gehe den neuen Tag mit Zuversicht an und freue mich auf die Herausforderungen”. Diese Worte können von Glaubenssätzen, Kernüberzeugungen oder vom Inneren Kritiker stammen. Es ist evident, herauszufinden, woher die Ursprünge der negativen Gedanken stammen.
Was heißt das nun? Müssen wir ständig nur positiv denken, also Positiv Thinking betreiben, wie das in manchen Ratgebern postuliert wird? Nein, denn so funktioniert unser Gehirn nicht. Wir können nicht ständig positiv denken. Das Unterbewusstsein ist so eingerichtet, dass es uns ständig auch negative Gedanken liefert, um bei uns gewisse Reaktionen zu erzeugen. Was wir tun müssen ist, die Chef-Gedanken oder Kernüberzeugunen erkennen und diese zum Beispiel mit der NAEM-Methode und mit positiven Affirmationen ersetzen. Quasi ein neues Betriebsklima in unserem Unterbewusstsein schaffen.
Was sind Affirmationen? Affirmationen sind Sätze, die einer Aussage, einer Situation oder einer Handlung eine positive Neudeutung geben. Affirmationen dienen dazu, das Unterbewusstsein mit neuen Informationen zu versorgen.
Die Arbeit an einem neuen Mindset hat ganz viel damit zu tun, die negativen, sabotierenden Gedanken erst einmal zu erkennen, sie sichtbar zu machen und sie zu kategorisieren. Dann geht es darum, die belastendsten davon mit einer Methode, wie die NAEM-Methode aufzulösen. Danach folgt die eigentliche Mindsetting-Arbeit mit Affirmationen und Übungen, wie dieses neue Denken im Alltag integriert werden kann.