Von Piraten und Waffenhändlern.
Was unsere Ahnen erlebt und angerichtet hatten, mag vielfältig sein: Piraterie, Drogenhandel, Verbrechen, verbotene Liebschaften, Waffenhandel, okkultes Priestertum, Kriegsverbrechen, kriminelle Machenschaften, Intrigen, Geheimbünde, Morde, Abtreibungen, Kuckuckskinder, Vergewaltigungen. Was auch immer bei unseren 7 bis 9 zurückliegenden Generationen geschah (so lange reichen die Übernahmen mindestens), ist in uns, in unserem Unterbewusstsein wie auch in unserem Zellgedächtnis gespeichert.
1. Wie prägt uns Verborgenes auch heute.?
Stark beeinflusst werden wir ausserdem von den Überzeugungen, Glaubenssätzen und Prägungen, die unsere Ahnen aus ihren eigenen Erfahrungen gewonnen haben. Da unsere Vorfahren diesen meist unbewussten Einschränkungen selbst nicht nachgingen (nicht nachgehen konnten), können diese Prägungen auch uns heftig blockieren im Leben. Ohne, dass wir uns dessen bewusst sind: wie ein unbemerkter Schatten, geheimnisvoll und unentdeckt in uns verborgen.
2. Wie wirkt sich Stress im Körper aus?
Diese in uns schlummernden Prägungen können uns davon abhalten, das zu leben, was wir eigentlich leben wollen. Sie steuern unsere Gefühle, Gedanken und Handlungen nachhaltig. Verborgen bleibt vieles, was unsere Vorfahren gemacht haben - auch, weil es zur damaligen Zeit nicht ans Tageslicht kommen durfte. Aber genau diese Geschichten sind es, die einen starken und prägenden Einfluss auf das Leben der Ahnen und auch auf unser Leben haben.
3. Gibt es ein Prinzip der Ahnen?
In unserem Zellbewusstsein sind nicht nur die Erfahrungen unserer unmittelbaren Vorfahren gespeichert. Unsere grundsätzlichen Verhaltensmuster strecken ihre Wurzeln bis in die Frühzeit der Menschen. Dort aber galten völlig andere Gesetze, als wir sie heute kennen. Damals hatte jeder Einzelne eine klar zugeordnete Rolle, die er einhalten musste, damit die Sippe überleben konnte.
Es herrschte das Gruppenbewusstsein. Dieses unbedingte Dazugehörenmüssen ist in unserem Zellbewusstsein immer noch als Überlebenswille gespeichert. Unsere Sippe, das sind heutzutage unsere Eltern, Grosseltern, Urgrosseltern, Onkel, Tanten, Cousins usw. Und unser Unterbewusstsein ist darauf programmiert, dazuzugehören, um zu überleben. Unbewusst bemühen wir uns also permanent, durch angepasstes Verhalten unseren Platz in der Sippe einzunehmen und zu behalten.
Hat sich eine Familie immer mehr verzweigt, sind in die Sippe immer mehr unterschiedliche Muster, Programmierungen und Glaubenssätze eingeflossen. Entsprechend komplex und unvereinbar können unsere übernommenen Muster sein. Erschwerend kommen die Kriegserfahrungen unserer Ahnen hinzu.
Fühlen Sie sich nicht auch ab und zu unglücklich, schuldig und unbefriedigt, angegriffen, schlecht behandelt oder ausgeschlossen, obwohl es offensichtlich von den äusseren Faktoren her überhaupt keinen Grund dazu gibt? Auch Krankheiten können wir nachleben, um uns ‘sippenkonform’ zu verhalten. Wir können das Zusammenspiel der verschiedenartig wirkenden Kräfte in unserem System über unsere Sippe durchschauen und allein schon dadurch den Harmonisierungsprozess anstossen. So bringen wir wieder eine echte Balance in unser Leben.
4. Epigenetik oder was?
Aus Wikipedia:
”Epigenetisch sind alle Prozesse in einer Zelle, die als „zusätzlich“ zu den Inhalten und Vorgängen der Genetik gelten.
Die Epigenetik (von altgriechisch ἐπί epi „dazu, außerdem“ und -genetik) ist das Fachgebiet der Biologie, das sich mit der Frage befasst, welche Faktoren die Aktivität eines Gens und damit die Entwicklung der Zelle zeitweilig festlegen. Sie untersucht die Änderungen der Genfunktion, die nicht auf Veränderungen der Sequenz der Desoxyribonukleinsäure (DNA), etwa durch Mutation oder Rekombination, beruhen und dennoch an Tochterzellen weitergegeben werden.
Grundlage sind chemische Veränderungen am Chromatin, der Proteine, die an DNA binden, oder auch Methylierung der DNA selbst, die Abschnitte oder ganze Chromosomen in ihrer Aktivität beeinflussen können. Man spricht auch von epigenetischer Veränderung bzw. epigenetischer Prägung. Da die DNA-Sequenz nicht verändert wird, können epigenetische Effekte nicht im Genotyp (DNA-Sequenz), sehr wohl aber im Phänotyp nachgewiesen und beobachtet werden”.
Das Genogramm
5. Was zeigt das Genogramm?
Ein Genogramm ist mehr als ein Stammbaum. Es zeigt nicht nur, wer zu einer Familie gehört, sondern auch, welche Beziehungen, Muster und Erfahrungen über Generationen hinweg wirken können.
Sichtbar werden zum Beispiel wiederkehrende Beziehungsmuster, frühe Verluste, Trennungen, Krankheiten, unausgesprochene Konflikte, Loyalitäten, Rollenverteilungen oder besondere Belastungen. Auch Ressourcen werden erkennbar: Zusammenhalt, Stärke, Überlebenswille, berufliche Fähigkeiten, Werte oder Lebenshaltungen, die in einer Familie weitergegeben wurden.
Gerade bei transgenerationalen Übertragungen hilft das Genogramm, Zusammenhänge zu erkennen, die im Alltag oft verborgen bleiben. Manchmal wird verständlich, warum bestimmte Ängste, Schuldgefühle, Leistungsdruck oder Beziehungsmuster nicht nur zur eigenen Geschichte gehören, sondern mit Erfahrungen früherer Generationen verbunden sein können.
Das Genogramm macht nicht schuldig. Es schafft Orientierung. Es hilft, die eigene Geschichte besser einzuordnen, Belastungen von übernommenen Mustern zu unterscheiden und neue Handlungsspielräume zu öffnen. So kann aus Verstehen mehr Freiheit entstehen – für den eigenen Weg und für die nächsten Generationen.
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